Platzsparende Möbel für enge Räume: Maße richtig planen
Enge Räume scheitern selten an der Wohnfläche, sondern an falsch gewählten Möbeln. Wer einen Flur von vier Quadratmetern mit einem 60 cm tiefen Kleiderschrank bestückt, blockiert jede Bewegung. Entscheidend sind deshalb drei Zahlen: die Möbeltiefe, die Verkehrsfläche und der tatsächliche Durchgang zwischen zwei gegenüberliegenden Möbelstücken. Planen Sie zuerst den Durchgang, dann die Möbel – nicht umgekehrt.
Als Faustregel für Durchgänge gilt: 60 cm reichen, um seitlich an einem Schrank vorbeizugehen, 90 cm sind komfortabel, 120 cm erlauben das Tragen von Kisten und das Öffnen von Türen. In schmalen Fluren ist die Tiefe der Möbel der größte Hebel. Standardschränke mit 60 cm Tiefe passen nur, wenn der Raum mindestens 150 cm breit ist. Bei 100 bis 120 cm Breite sind Tiefen von 35 bis 40 cm realistisch, bei noch weniger hilft nur eine flache Lösung. Wer einen Flur mit vier bis sechs Quadratmetern plant, findet unter Garderobenwand und Schuhschrank für kleine Flure konkrete Maßbeispiele, die sich ohne Umbau umsetzen lassen.
Prüfen Sie vor dem Kauf die Öffnungsradien. Eine Schranktür braucht mindestens ihre eigene Breite plus 10 cm Luft, eine Schublade ihre Auszugstiefe plus Handbreite. Klappbare Sitzbänke und Schuhschränke mit Schrägfront sparen hier bis zu 20 cm. Messen Sie außerdem die lichte Höhe: Über 200 cm lässt sich zusätzlicher Stauraum in der Vertikalen unterbringen, ohne den Boden zu belasten. Ein durchgehendes Regal bis zur Decke ersetzt zwei flache Kommoden und gewinnt so bis zu 40 Prozent mehr Stauraum.
Kontrollieren Sie zum Schluss jeden Weg im Raum mit einem Maßband auf dem Boden. Markieren Sie die geplanten Möbel mit Kreppband und laufen Sie die Strecke ab – mit Einkaufstasche, mit Mantel, mit Kind. Erst wenn der Durchgang auch im Alltag funktioniert, ist die Planung fertig. Möbel, die auf dem Papier passen, aber beim Öffnen der Wohnungstür klemmen, kosten mehr Nerven als jeder zu kleine Schrank.