Teppich richtig lagern: Druckspuren und Verformungen vermeiden
Ein Teppich ist ein textiles Flächengebilde, das auf Druck empfindlich reagiert. Wer ihn über längere Zeit falsch lagert, riskiert dauerhafte Knickstellen, plattgedrückte Florpartien und Verformungen, die sich auch nach dem Auslegen nicht mehr vollständig zurückbilden. Die Ursache liegt meist in der Lagerungsart selbst: Wird der Teppich gefaltet, entstehen an den Bruchkanten Spannungen, die das Gewebe nachhaltig schädigen. Deshalb gilt: Rollen statt falten – und zwar mit der Florseite nach innen, damit die empfindliche Oberfläche nicht an der Rolle selbst scheuert.
Vor dem Einlagern sollte der Teppich gründlich gereinigt und vollständig getrocknet sein. Restfeuchtigkeit führt zu Schimmel und Stockflecken, die später kaum zu entfernen sind. Für das Aufrollen eignet sich ein stabiles Rohr aus Pappe oder Kunststoff als Kern, um den der Teppich gleichmäßig und ohne Zug gewickelt wird. Besonders aufschlussreich sind in diesem Zusammenhang gerade gelegte Falten, die zeigen, wie sich Druckstellen im Gewebe verhalten, wenn ein Teppich flach gefaltet statt gerollt wird. Die Rolle selbst wird anschließend mit einem atmungsaktiven Stoff umhüllt, nicht mit Folie, damit Luft zirkulieren kann.
Die Lagerumgebung entscheidet ebenfalls über den Zustand des Teppichs. Der Raum sollte trocken, kühl und dunkel sein, idealerweise bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 55 Prozent. Direkte Sonneneinstrahlung bleicht die Farben aus, Feuchtigkeit greift die Fasern an. Schwere Gegenstände dürfen nicht auf dem Teppich abgestellt werden, auch nicht auf der Rolle. Wird der Teppich stehend gelagert, sollte er senkrecht an einer Wand lehnen, nicht auf dem Boden liegen, wo Feuchtigkeit von unten eindringen kann.
Beim Auslegen nach Monaten der Lagerung braucht der Teppich Zeit, um sich zu entspannen. Zwei bis drei Tage flach liegen lassen, gegebenenfalls mit leichter Beschwerung an den Rändern, helfen dem Gewebe, seine ursprüngliche Form zurückzugewinnen. Wer diese Regeln beachtet, schützt nicht nur die Optik, sondern auch den Wert des Teppichs – und erspart sich teure Restaurierungsversuche.